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Mini-Märchen eines geheimnisvollen Wahnsinns


Wir wollten ihm einen Platz einräumen für seine Schreiberei, seine Gedanken, da uns schien, dass er - in einer Mischung aus Witz und Kraft - ein leidenschaftlicher Erzähler der Kunst ist. Francois Chevalier wurde Journalist und Kunstkritiker, dann Produzent beim Rundfunksender « France Culture », sowie Mitarbeiter der Galerie und der Stiftung Aimé Maeght; darüber hinaus war er Gründer und Chefredakteur der « Chroniques de l’art vivant » (Chroniken der lebendigen Kunst), bevor er sich logischerweise der visuellen Kunst des XX.ten Jahrhunderts par excellence, will sagen dem Kino, widmete. 2010 hat er « La société du mépris de soi - De l’Urinoir de Duchamp aux suicidés de France Télécom » verfasst, das der Verlag Gallimard veröffentlichte. Wir bieten Ihnen hier für Ihren Genuss acht Texte über verschiedene Künstler von Alberto Giacometti bis François Fiedler, über Chillida, Joan Miro, Ubac, Kienholz, Calder oder auch Francis Bacon.

September 2014 - Franois Fiedler

Es gengte, dass Mir eines seiner Gemlde im Schaufester einer kleinen Galerie erblickt und Francois Fiedler wurde mit 25 Jahren zusammen mit Braque, Calder, Giacometti, Chagall, Tapis, Ubac, Tal Coat einer der Schtzlinge der berhmten Galerie Maeght. Ein toller Glcksfall fr den jungen ungarischen Knstler: in jenen Jahren waren die wirklichen Liebhaber der abstrakten Kunst dnn gest und das unfehlbare Auge eines Mirs so selten wie heute; um so mehr als Fiedler, der kaum franzsisch sprach, nicht gerade ein Arrivist war und sich kaum darum kmmerte, zu gefallen. Wenn seine Freunde ihn nicht daran gehindert htten, htte er sich in der tiefsten Provinz niedergelassen, dort wo kein Kunstkritiker je hingekommen wre. Um ihn zu beschreiben, gibt es brigens kein besseres Beispiel als die Liste der Autoren, fr die er Bcher illustriert hat: Gedichte vom Johannes vom Kreuz, Heraklitsgedanken, das Matthusevangelium . . .

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    also poetisches, philosophisches und religises! Die geistige Nahrung eines Anachoreten, der sich nicht daran strte in einem unattraktiven Vorort von Paris zu leben, so lange er ein Atelier, einen Garten mit Blumen und Bumen, auch Musik (vor allem Mozart und Monteverdi) und vielleicht eine Katze hatte, um sein Dasein zu fristen. In seinen Augen befand sich zweifelsohne das Wesentliche des Lebens im Inneren des Menschen. Er war ein ewiger Suchender, um ein Ziel zu erreichen, das ganz anders war als Ruhm zu ergattern. Seitdem Jackson Pollock ihm mit der "Action Painting" das auf den Weg gegeben hatte,was er fr sich selbst als richtig erachtete, versuchte er verbissen, einen unlsbaren Gegensatz zu meistern, ohne zu sehen, das er seinen eigenen Kampf beschrieb: und zwar eine zusammenhangslose Welt, in welcher die Kreise nie geschlossen sind, wo die aus einem Niemandsland gekommenen Striche, dem Zufall berlassen,entlang der Flchen gleiten und ohne Sinn und Verstand immer mehr werden, wo Farbenexplosionen im Raum hngen bleiben und Leerflchen von unfassbaren Wesen gefllt sind. Es ist eine Welt mit stndig unsicherer Stabilitt aus bereinander liegendem Gleichgewicht, das immer daran ist, sich zu verschieben und trotzdem harrt. Eine ngstliche Welt, ruhelos, bestehend aus sich verndernden Formen, selbst wenn sie so aussehen, als wren sie vollendet und deren allgemeine Absicht vom Titel eines der Werke genial zusammengefasst wird: "Unbeweglicher Wirbelsturm". Eine unvollendete Welt im stndigem Neubeginn, die einem entgleitet, wenn man sie begreifen will und etwas anderes erschafft als man erwartet. In Wirklichkeit ist es die Welt Heraklits, die er vom Anfang an, illustriert hatte, ohne es zu wissen (oder wusste er es ?), lange bevor er den Auftrag zur Durchfhrung bekommen hatte. Weil er es so sah, weil er ein Knstler war und die Welt mit einer Schrfe ohnegleichen vorausahnte, er aber nicht durch Worte erklren konnte. Es war nmlich sein ganzer Krper, der sein Imaginres nhrend, diese Wahrheit erkannt hatte und sie nur durch seine eigene Sprache zum Ausdruck bringen konnte: eine Form.So widersprach er der zu einseitigen Aussage von Duchamp, der die berlegenheit des intellektuellen Diskurses ber die "Animalitt" des knstlerischen Ausdrucks rhmte. Als htte das menschliche Wesen kein anderes Mittel, die Welt zu erfassen als durch Logik und Vernunft! Dabei ist es in der Lage,  wie es der berempfindliche Fiedler getan hat, jede bedeutende Vernderung, die dabei ist, sich bei der Wahrnehmung der Wirklichkeit zu entwickeln, ber die Sinne mitzuerleben. Wie diejenige Vernderung, die ihn dazu brachte, in das Zentrum seiner Kunst, eine usserst gewagte, weil immer prekre Harmonie zu bringen, eine beunruhigende Gestaltung des Raumes, ganz im Gegensatz zu den Klassikern, und zwar durch Vergiftung der Schnheit seiner Formen auf Grund stndigen Suggerierens ihrer Vergnglichkeit.

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Juli 2014 - Eduardo Chillida

Es war einmal ein kleiner Junge, der davon trumte, Fussballer zu werden. Sein Vater, als Offizier, und seine Mutter, als Musikerin, die nichts von diesem phantastischen Spiel verstanden, strotzten nicht gerade vor Begeisterung. Er, allein, Chillida, hatte durch hufiges Fussballspielen mit seinen Kumpeln alles ber diesen Sport gelernt. Er wurde in die Mannschaft seiner Stadt San Sebastian aufgenommen: Da er grossgewachsen war und ber eine sehr grosse Sprungkraft verfgte und keine Angst vor den Fssen der gegnerischen Spieler hatte, wurde er zum Torwart ausgebildet.
Und dort, allein im Tor, wurde er zur letzter Rettung seiner Mannschaftskameraden, die den Ball verloren hatten; dabei lernte er gleichzeitig in qulender Ungewissheit und in der Verantwortung, sich in Sekundenbruchteilen zu entscheiden, zu leben. Dieses Gefhl wird ihn nicht mehr verlassen. Er erkannte jedoch sofort blitzartig den Flug des Balles, so dass kein Tor mehr vom Gegner geschossen wurde.

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    Er sollte sogar Profi werden. Und dann eines Tages hat ihn eine schwere Knieverletzung aus seinen Trumen weggerissen. Es blieb jedoch in ihm dasselbe geheimnisvolle
    Verlangen, das ihn zum Torwart hatte werden lassen, den Raum zu beherrschen. Aus diesem Grund hat er zuerst Architektur studiert, entdeckte dann, dass die Zeichnung das adquateste Mittel war, um die Umrisse dieser nicht greifbaren Materie zu erforschen, die er zu fassen versuchte.
    Dann hat er die Lsung gefunden; Chillida hat etwas geschaffen, das von den Grabsttten seiner Heimat, die man Ilarik nennt, inspiriert wurde; es wurde die erste einer langen Serie von Fallen, den so genannten plastischen Volumen, die der Leere einen Sinn gibt. Es war in der Tat so etwas wie totemistische Hieroglyphen, ein Diskurs, der sich die Welt zuerst unauffllig zu eigen macht, dann allmhlich immer monumentaler wird. Am Anfang war vieles davon aus Eisen, da er ein Kind des Baskenlandes war, wo man noch das helle Klingeln der Hammer auf die Ambosse und das Zischen der ins Wasser getauchten, zum Glhen gebrachten Eisenstcke hrte. Ein Land von Schmieden und deren Handwerkern. Dementsprechend hat er eine Lederschrze bergestreift und in allen Richtungen Eisenstcke gewrungen, die man dann in den Museen ausgestellt hat. Er wurde zu einem dieser Arbeiter, die an der Grenze zur Hlle ttig werden, die sich darauf versteifen, unntze Gegenstnde zu schaffen und die man Knstler nennt. Nach dem Eisen hat er alle Materialien, die im Einklang mit seinem Naturell standen, ausprobiert : Holz, Granit, Beton, Stahl, Alabaster, Ton und sogar Papier, das schnste, dick und handgeschpft sowie auch Karton. Chillida stanzte aus oder druckte dort Gebilde in Form von subtilen Schraubstcken, in den er den Raum , wie in eine Falle gelockt, in millionsten Millimetern einfing und zeichnete halb geschlossene Hnde auf eine Leere, die diese halbfertige Bewegung lebendig machte. Draussen fingen seine mchtigen Gebilde die Horizontlinie, ein Landschaftsfragment ein oder zwangen den wilden Meereswind dazu, sich zwischen den riesigen Kammzhnen, die im Felsen fixiert waren, auszutoben. Es sei denn, er wrde an einer Felswand, wie die spiegelverkehrte Prgung eines seiner Totems, eine Art Konstrukt von Leere reproduzieren, indem er gewaltsam unter der Erde, Licht und Raum eindringen lsst. Es ist die Arbeit eines Demiurgen, der mit den immateriellen und unsichtbaren Elementen der Welt im Einklang steht, so wie es ihm die Conchabucht berliefert hat, in dieser Bucht der Concha im Baskenland, wo er geboren wurde und auch sterben wrde, in dieser Bucht, die sein Leben lang der Humus seiner Trume war. Denn selten wird ein Knstler bodenstndiger und gleichzeitig berall in der Welt immer beachteter. Ein Musiker der Sphren, wie Bachelard, der alte Philosoph, der sich, was Elemente anbetrifft, gut auskannte, irgendwann gesagt hatte. Es stimmt, dass er genau ausserhalb der Zeit wie des Raumes stand. Denn dieser Schpfer einer absoluten Modernitt konnte erstaunlicherweise archaisch, ja sogar anachronistisch wirken. Es gab in ihm etwas Mnchartiges durch die Intensitt seines Blickes, seine Askese und seine Fhigkeit zum Schweigen, jedoch auch von einem Ritter, durch das Aussehen eines Konquistadoren und seine Aufmerksamkeit den anderen gegenber. Also durch und durch ein Mann des Mittelalters. brigens schnitzte er Portale von Kathedralen, rezitierte den Heiligen Johannes vom Kreuz, las im Text Augustinus und Valentin und setzte sich mit den Autoren des Unzeitlichen, wie Heidegger, O. Paz oder Celan, auseinander. All dies waren seine echten Mastbe, die der grossen inneren Rume, deren Hter er wie selbstverstndlich geworden war, als letzter Ausweg gegenber der Kleingeisterei und den Kompromissen, die allmhlich alles berwucherten.

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April 2014 - Joan Miro

Mit dem Pinsel seines Augenlides entzndet
Miro einen Streit unter den Sternen

In zwei Versen ist alles gesagt ( Ren Char ). Wie soll man in der Tat ber Miro sprechen, den grssten Dichter unter den Malern, wenn nicht mit der Feder eines Dichters ? Wie soll man mit Logik, Philosophie, Psychologie, Soziologie oder Philosophie diese kindliche Begeisterung erklren, ohne sie zu zerstren? Man kann hchstens von der nicht alltglichen Geschicklichkeit des Kindes Mir sprechen,  seine zauberhaften Ideen vor dem erdrckenden Realismus zu schtzen. Worin bestand das Leben von Juanito: es war ein glnzender Lebenslauf voller Tcken, um Erfahrungen und Techniken seiner Vorbilder sich eigen zu machen, ohne dabei seine Unschuld zu verlieren.

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    In der Tat, seit seinen ersten Schritten im einen Aufschwung erlebenden Pariser Dschungel, wo jeder, Impressionisten, Fauves, Kubisten, Dadaisten, ihn fr sich in Anspruch nehmen wollte, liess sich das katalanische Wunderkind, bei immer mehr glcklichen Erfahrungen und Freundschaften nie vllig in Beschlag nehmen. Die Surrealisten, die er durch seine blhende Fantasie begeistert hatte, machten sich ob der Ernsthaftigkeit des kleinen, usserst akkurat gekleideten Senorito, oft lustig. So schtzte ihn auch diese, leichte Steifheit, wodurch er sich von den zu berschwnglichen Knstlern fernhielt, und behielt das, was instinktiv seine Strke ausmachte: eine unberhrte Frische der Gefhle. So konnte er auch, Mond, Sterne, Blumen oder Frauen, seine bevorzugten Themen, mit der emotionalen Intensitt eines Neugeborenen empfinden. Er war, wie eine Art unbebautes Gelnde, das eine leidenschaftliche Rede von Malraux aufwhlte und das Erblicken eines sternbedeckten Himmels mit Leben erfllte. Wie er sagte schaute er gern die Nacht an . Viel besser als alle anderen Maler, Calder und Klee vielleicht ausgenommen, deren Kindheit sich in ihren Werken offenbart, hatte Mir es geschafft, seinen Blick vor allen Ironien, Skeptizismen, Zynismen zu schtzen, die die Spontaneitt ermatten und die Wahrnehmungen altern lassen. Als schlechter Verlierer, hatte sich Andr Breton geirrt, als er Mir annektieren wollte. Letzterer litt nicht, wie der Papst des Surrealismus es hhnisch sagte, an einem gewissen Stillstand der Persnlichkeit im Kindesalter Es war ihm einfach gelungen, den sonst auf die Kpfe der Kinder insgeheim gelegten Deckeln zu entfliehen, die ihre Genialitt im Keim ersticken. Er allein, hatte sich nun jeglicher Reglementierung entzogen, auch die die man sich selber auferlegt, wie bei Breton. So zog der kleine eigenwillige und einsilbige Juan, weltoffen jedoch in seiner Scholle verwurzelt, vor, zu malen anstatt darber zu reden. Am Ende seines Lebens war er unverbraucht wie als Kind. Weder Ehrungen, Lobreden, Geld, Schmeicheleien, noch fr ihn erbauten Museen und die Bewunderungen seiner Kollegen hatten fr seine Lebensfhrung eine entscheidende Rolle gespielt. In Wirklichkeit, war das Einzige, was er zum Leben brauchte, so wie er selbst formulierte, ein Schock, der es ihm ermglichte, der Wirklichkeit zu entrinnen; die Ursache eines solchen Schocks kann ein kleiner Faden sein, der sich aus der Leinwand lst, ein Wassertropfen oder gar die Spur, die mein Finger auf dem Tisch hinterlsst . Auf jeden Fall brauche ich einen Ausgangspunkt, sei es nur ein Staubkorn oder ein heller Lichtschein.
    Womit alles, was aus seinem Begehren entstand: Zeichnung, Malerei, Skulptur, Keramik, Glasfenster, Denkmlerdiesen zauberhaften Charakter hatte, den die entzckende Eindeutigkeit einer Kinderzeichnung vermittelt.


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Februar 2014 - Raoul Ubac

Raoul Ubac, alias Rudolph Ubach, hat weder seine Herkunft in Deutschland noch in Belgien, sondern in einer sehr spezifischen Gegend der Ardennen, die an der Grenze zwischen den beiden Lndern sich befindet, nmlich dem Plateau des Hohen Venns. Es ist ein weitrumiger Landstrich, den der Schnee im Winter in eine Art eisiger Tundra verwandelt, wo viele vor gut fnfzig Jahren erfroren, sollten sie sich dort je verirrt haben. Diese sich, soweit das Auge reicht, erstreckende Landschaft aus Wldern und Torf erzeugte derbe, trumerische und verschlossene Wesen, die man, wie bei Ubac, fr prdestiniert halten konnte, im sonnenlosen Teil der Welt zu leben. So erschien letzterer: eine Art Matrose des Hochplateaus, mit dem hellblauen Blick des Kap Hornfahrers, der bis hinter den Horizont schaut, der Europa zu Fuss durchwandert, zunchst nur von dem Ehrgeiz angetrieben, Angestellter der staatlichen Forstverwaltung zu sein.

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    In die Kunst katapultiert durch die geheime Entdeckung des surrealistischen Manifestes, wurde er Photograph, lebt in der Adria mit den riesigen Reserven von weisen Steinen der Hvar-Insel als Gegenber ; dem Licht selbst vertraut er an, seine Abzge durch Sonneneinstrahlung,  Versteinerung, ber-und-Doppelbelichtung zu verndern. Es scheint, als ob er die Natur selbst dazu zwingen wrde, Formen und Materie der daraus entstehenden Werke zu schaffen. Dann pltzlich wird alles anders. Mit 29 Jahren hrt er auf zu photographieren und beginnt, die Welt an Hand von einfachen und vertrauten Objekten, die er mit Tusche zeichnet, neu zu gestalten: Glser und Karaffen, Obst und Brot, Messer und Schere. Nichts als Prosaisches, mit der Materie als wahrem Subjekt der Zeichnung, als ob er sich von der Komplexitt des Surrealismus den Kopf frei machen wollte. Nach der gewhnlich  zehn bis zwanzig Jahren  dauernden Zeit des sich Herantastens zur Findung der eigenen Identitt weiss Ubac, welche Kunst ihn beseelt. Jene Kunst, die die Erde und deren Wellen von aufeinanderfolgenden Horizonten in ihn eingeprgt haben. Im Grunde nichts als etwas sehr Einfaches: ein tiefes Netz von Spuren und Furchen, von sowohl eingravierten wie bemalten Linien, wie gemeisselt in einem Amalgam von steinharten Harzen: eine totemartige, primitive Kunst, in der das Individuum abwesend ist. Die dort erscheinenden Krper und Torsos haben keine Gesichter (ich kann, so Ubac, nicht gleichzeitig Krper und Gesichter machen). Wenn er ein Antlitz kreiert, ist es wie bei einem Negativ: eine schwarze Form, deren Umrisse nur den Sinn suggerieren, ein Schattenspiel (das ebenfalls mit einem Schatten versehen ist), das merkwrdigerweise wie ein dunkler Boden getauft wurde. Ein rtselhaftes Gesicht, das Gegenteil einer narzisstischen Abbildung seiner Selbst, sondern vielmehr die Besttigung einer kosmischen Bescheidenheit desjenigen, der die Unendlichkeit der Welt wahrnimmt, den Menschen und sich selbst richtig einschtzt. Gerade dieselbe Bescheidenheit, mit der Ubac eines Tages einen Schieferstein mit einem Nagel einritzt und dann ihn dazu bringt, Reliefs auf diesem Schieferstein, diesem unmglichen, von wahren Bildhauern missachteten Material, einzugravieren. Die erfolgte Beschreibung des Vorganges hat Anklnge an ein Selbstportrt. Dieser raue Stein, wenig dazu geeignet, sich allen mglichen und unmglichen Einfllen zu beugen, eben dieser Schieferstein, ist ein undankbares Material, das durch die Kompression einer unendlichen Anzahl von aufeinander liegenden Schichten bestehtein Buch aus Stein, das sich wie durch Zauber bei einem krftigen Schlag auf die Kante ffnen wrde. So weist die Spaltung dem Material seine Grenzen zu, bei deren berschreitung es sich weigern wrde, bestimmte Formen anzunehmen. Fr den, der Rolph kannte (wie er fr seine Freunde unterschrieb) sind diese rauen Steine, dieses undankbare Material irgendwie verwandt mit seiner Art zu denken. Ubac selbst war nicht bereit, sich allen Fantastereien zu beugen. Die Faszination, die dieses Buch aus Stein, die gleichzeitig brchige und unverwstliche Kompression von Blttern auf ihn ausbten, eben die Schiefersteine, war mit der Faszination, die er fr die Furchen der Pflugschar in die Scholle empfand, gleichzusetzen. Indem sie die Unendlichkeit suggeriert, war diese Anhufung von Linien ohne Anfang und Ende, am besten geeignet, diesen mystischen Heiden, diesen Schpfer von Formen zu motivieren. Dies war der Schlssel zu seinem Werk, die beinahe religise Motivation, die ihn fr den Hndler unerreichbar machte. Er, Erbauer von Kathedralen, kennt keinen Vertrag, oder wenn es dazu kommt, geht es auf eigenes Risiko. Man sagte, dass Ubac es vorzog, seine in seinen Augen wertvollsten Werke zu vergraben, anstatt sie zu Schau zu stellen und dadurch kuflich zu machen. Er gab sie der Erde zurck, um sicher zu sein, sie wieder zu finden.

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November 2013 - Kienholz

Die Darstellung des Schwangerschaftsabbruchs, des Wahnsinns, des Alterns, des Krieges, der Kastration, der Prostitution und einiger anderen Katastrophen machten aus Edward Kienholz denverfemten Knstler der zweiten Hlfte des zwanzigsten Jahrhunderts, und ausgerechnet aus den USA, dem Land, das sich fr das fortschrittlichste der Welt hielt, wurde er verbannt. Mitten im kalten Krieg, als Washington nichts unterliess, um die Menschen fr sich zu gewinnen, haben sie in seinem Fall ein Eigentor geschossen, indem sie ihn, diesen skandalsen Visionr, der auf dem alten Kontinent triumphal empfangen wurde, auszustellen untersagten.

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    Gleichzeitig wurde so aufgedeckt, dass die amerikanischen Regierungen aus dem Sieg ber Nazi-Deutschland nichts gelernt hatten, denn sie schreckten nicht davor zurck, ihrerseits, eine von ihnen nicht verstandene Kunst als entartet abzuqualifizieren.
    Nichts volksnaher jedoch als diese gleichzeitig unreflektierte, naive und monumentale Kunst, die von einem armen Bauernsohn, der ohne knstlerische Ausbildung und Geld, dabei ist, sich mit Bacon und Kiefer ins Pantheon der genialen Wteriche zu gesellen.
    Seine Werke, weder Skulpturen, noch Bilder und nicht einmal Installationen im modernen Sinne des Wortes, hneln polizeilichen Rekonstitutionen von Mordszenen, die pltzlich von einem lhmenden Blitz versteinert werden. Jedes von ihnen ist ein erschreckender stiller Schrei, der sich nicht, wie man es zu oft zu sagen pflegt, darauf beschrnkt, ein heftiger oder satirischer Protest gegen die Ungerechtigkeit zu sein. The Wait, illegal operation, Roxys, Five Car Stud, The State Hospital, Birthday sind gleichzeitig Denunzierung und Ausdruck eines unausprechlichen persnlichen Leidens, das durch abgewetzte Teppiche, verzerrte Glieder, Schrott, dessen Bestandteile sie sind, sowie durch abstossende und niedertrchtige Themen dokumentiert wird.
    Sie hneln jenen farbigen Schmerzpfeilen aus Glas, die aus dem Bauch der Gebrenden von Birthday emporschnellen. Dennoch enthalten diese Bilder aus Lrm und Wut in Anlehnung an Faulkner und an die Sndenproblematik der Kalvinisten, eine Welt von seltsamen Schnheiten. Wie diese aus Wanduhren ohne Zeiger, aus leeren Aquarien oder aus bildlosem Fernseher geformte Gesichter, die achtundneunzig Christen mit Puppenhnden, die unerbittliche formale Strenge der psychiatrischen Zelle und vor allem das vollkommene Gleichgewicht dieser Rume, die sowohl Angst und Einsamkeit als auch zugleich die trstende Schnheit eines Denkmals erschaffen.
    Bei einem kurzen Aufenthalt in London geschah es, dass Kienholz eine Tiffany Lampe, nostalgische Erinnerung an seine Kindheit, kaufte. Er kam zum Flughafen mit diesem sperrigem Wunder aus opalartigem Glas in den Armen, wohl wissend, dass man  das Objekt nicht einpacken konnte. Die Angestellten der Flughafengesellschaft jedoch meinten, es tun zu knnen nur dass bei der Ankunft die Lampe in tausend Stcke zerbrochen war und die Versicherung es berhaupt nicht eilig hatte, den Schaden zu regulieren.
    Eines schnen Tages durchquerte Kienholz , als echter Holzfller, der er gewesen war, ganz L.A. mit seiner schnsten Axt auf der Schulter, um das einzufordern, was ihm zustand. Er stellte klar, dass man ihncash zahlen sollte, obwohl an einem Samstag morgen die Banken geschlossen waren. Eiligst zu Hilfe gerufen, um diesen schwierigen Kunden zur Rson zu bringen, versuchte ein usserst pfiffiger stellvertretender Direktor das Kunststck, diesen Kunden umzustimmen, den er in seiner Naivitt fr einen verhaltensgestrten Knstler, wie sie alle sind, hielt, die man ganz leicht mit Schmeicheleien und vagen Versprechungen abspeisen kann. In der Handelsschule hatte man ihm nicht beigebracht, dass es noch dem Fortschritt gegenber gleichgltige Leute gibt, die fern von jeglichen irdischen Interessen leben. Kurz gesagt, Gtter des Olymps ! Er wusste nicht, dass er vor sich Vulcanus-Hephst, der Erschtterer der Welt aus der Odyssee hatte. Der Direktor begriff es erst, als Kienholz seine Axt ohne Erbarmen auf dessen Tisch schlug; es war ein von einem berhmten Designer signiertes Meisterwerk aus poliertem Stahl, das von einem Gesandten aus der Hlle zu Schrott verwandelt wurde. Man erzhlt sich, dass er Los Angeles nochmals mit der Axt auf der Schulter durchquerte, wobei er in der anderen Hand eine jener grossen Einkaufstten aus Papier voller grner Banknoten umklammerte!

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September 2013 - Calder

In den Augen der internationalen Elite und der Institutionen war Calder ein berhmter Knstler, der die ganze Welt mit seinen Trumereien aus Metall verzckte. Fr die Lausbuben aus der Touraine jedoch, die ihn nach der Schule ausspionierten, war er ein alter, leicht angetrunkener Handwerker, der in seiner, wie eine Flugzeugshalle riesigen Werkstatt, so etwas wie grosse Spielzeuge fr den Himmel fabrizierte. Eine, wie aus einem Mrchen entsprungene Gestalt, die, einem durch die Jahre weiss gewordenen Br gleich ,dahintrampelte und ihnen, den Kindern in einer unverstndlichen Sprache, die wie franzsisch klingen sollte, etwas zurief.
In der Tat war er ein Bewohner eines anderen Planeten, der sich in der Milde der franzsischen Landschaft verirrt hatte, mit anderen Worten, ein Amerikaner.
Sie hatten natrlich Recht.

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    Sandy, wie man ihn liebevoll nannte, gehrte vielmehr zu ihrer Welt als zu unserer, oder anders gesagt, von allen Knstlern, von denen man so oft sagt, sie seien Kinder geblieben, war er der jenige, der am wenigsten kein Hehl daraus machte. Als Beweis dafr, kann man dieses Vlkchen von Trolls und magischen Figuren anfhren, das oft mit Hilfe seiner Stifte Gestalt annahm, auch dieses so berhmte Minizirkus mit seinen Trapezknstlern und Bauchtnzerinnen, die er ganz offensichtlich zuerst fr sich erschaffen hatte.
    Dieses stmmige, mit seinen siebzig Jahren auf dem Boden sitzende Baby zwirbelte zwischen seinen dicken, flinken Fingern etwas Draht oder feilte sorgfltig ein Stck Eisen und arbeitete dabei mit der Przision eines Uhrmachers. Das war er in der Tat : ein Experimentator von Bewegung und Gleichgewicht, der unaufhrlich die Stabilitt der Dinge auf dem Prfstand stellte. Brauchte man ein, vier oder fnf Fuss im Boden, um in der Luft die hohen Tragflchen des Stabiles gut zu befestigen? Wo befand sich  der Gleichgewichtspunkt, der den Gelenken des Mobiles es ermglicht, sich besser im Wind zu bewegen? Dieser komische Ingenieur, der im Staat New York die beste je gegebene Note in Raumgeometrie erhalten hatte, bastelte ein Layout von 15 cm fr ein Stabile von 15 m, brachte es in die Fabrik, betonte : Bitte, hundert Mal und alle Proportionen stimmten haargenau. Calder hatte in der Tat berhaupt kein Problem die genauen Masse der Welt zu nehmen: sein Krper erledigte das an seiner Stelle. Unter seinen struppigen Augenbrauen und mit seinen Haaren in der Nase, fingen wie Zensoren seine Sinne alles ein. So z.B. setzte er sich pltzlich, mitten in einem Interview, eine technische Pause ntzend, in Bewegung!
    Der verblffte Moderator zog die Augenbrauen hoch, whrend Calder, ohne ein Wort zu verlieren, die Augen auf einem bestimmten Punkt fixiert, den Raum durchschritt, der ihn von den Zuschauern trennte. Dort in dem kleinen Wald von Beinen und Fssen, der ihm Platz machte, bckte er sich, um einen Gegenstand aufzuheben, den keiner bemerkt hatte. Es handelte sich tatschlich um ein kleines Taschentuch, dessen weisse Farbe sich vom
    festgestampften Boden abhob. Seine Besitzerin bedankte sich berschwnglich, whrend Calder zu seinem Platz wieder zurckkehrte und zwar mit diesem leicht gleitenden Gang eines Kodiakbrs (Alaska), dessen Leichtigkeit in Kontrast zu der Masse stand !
    Dann stellte er sich genau vor die wartende Kamera wieder, mit entspanntem Gesicht und glcklicher Miene: dem Raum hatte er seine Unversehrtheit wiedergegeben.

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Juin 2013 - Francis Bacon

Bei Bacon gab es eine gewisse Tadellosigkeit in seiner Beziehung zum Nchsten; tadellos war der Schnitt seiner Kleidungen, tadellos war die Verarbeitung seiner vorbildlich geputzten Schuhe, tadellos seine zugleich durch englische Zurckhaltung und franzsischen Charme geprgte Hflichkeit. Seine perfekte Konversation konnte sich bestens dem anpassen, was er von Ihnen erahnt hatte. Weder Effekthascherei noch Schaffenspause, die an seine Berhmtheit
oder an seine Malerei als ultimativer Lebensinhalt erinnern. Nur ein freundlicher Gedankenaustausch zwischen zwei Menschen, die sich gegenseitig vertrauen, ohne sich zu kennen. Mit ber fnfzig Jahren war er ein angenehmer Mann, der neben einer sehr britischen Selbstbeherrschung eine irische Spontaneitt behielt.

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    Kurzum, er war ein gebildeter Mensch mit so gut funktionierendem Gehirn, dass er, unmittelbar nach einem wegen eines zu opulenten Mahls gemachten Mittagsschlfchen, das Gesprch wieder da aufnehmen konnte, wo es unterbrochen worden war: Die Abneigung gegen Kant. Die Gestaltung seines Lebens, wie er sie beschrieb, entsprach denselben Kriterien. Wie ein Arbeiter war er um acht Uhr in seinem Atelier; den Five oclock tea nahm er bei irgendeiner berhmten Familie der Gentry und das Abendessen mit zu seinen Freunden gehrenden Knstlern oder mit Persnlichkeiten des Kulturlebens ein. Nichts Aussergewhnliches in seinem Leben!
    Nichts, das je einen Bruch zwischen Maler und Werk verursachen knnte. Und brigens, um welchen Menschen handelt es sich ? Um den berhmten Knstler mit Retrospektiven in der ganzen Welt? Um den leidenschaftlichen Maler, der  Michel-Angelo, Velasquez, Czanne, Degas und Picasso duzte, um ihnen so ihr Geheimnis zu entreissen, oder um den skandaltrchtigen Homo-Sexuellen, der einen Einbrecher bei sich zu Hause berraschte und
    zu seinem Geliebten machte, oder gar um den exzentrischen Vabanquespieler, der eine Spielhhle in Tanger erffnete und sich spter unter Kuratel stellen musste, um nicht fr den Rest seines Lebens ohne Geld da zu stehen. In der Tat, durch seine Gentleman-Allren und sein durchorganisiertes Leben, war es ihm eine zeitlang gelungen, seine Lasterhaftigkeit zu kaschieren. Bis zu der Nacht, in der er in einer etwas dubiosen Kneipe, einige Schritte von ihm entfernt, eine Messerklinge aufblitzen sieht. Ein kleiner, etwas betrunkener hohlwangiger Ex-Hftling fuchtelte mit der Klinge eines Klappmessers vor den Augen zu Tode erschrockener Leute herum. Anders bei Bacon, der, mit leuchtenden Augen und
    ausdruckslosem Gesicht, pltzlich ein gewisses Lcheln zeigte, wie ein zhnefletschendes Tier. Und wie vom Blitz getroffen, zerriss der Schleier, Mensch und Werk werden eins, in einer Mischung von konvulsivischem Fleisch und Zhnen, von in fiktiven Kfigen jaulenden Ppsten, von stmmigen Mnnerkrpern, von denen man nicht weiss, ob sie sich gegenseitig streicheln oder tten, von unfrmigen zur Schau gestellten Wesen, wie Objekten auf Platten
    oder in einem kreisfrmigen Gefngnis eng zusammengepfercht, von erschlafften, verunstalteten, ausradierten, zerquetschten Gesichtern, zugleich monumental und wabbelig, prachtvoll wie die Antlitze Schwerstverbrannter. Und immer wieder Zhne, Zhne,
    Zhne und ber den Kpfen aufgehngte blutige Rmpfe und Gerippe mit Fleischresten!
    Und in demselben wunderbaren Gefngnis aus Leere, sein eigenes, hatte sich der Maler, so wie er auf seinen Photos erscheint, dargestellt, nmlich als schuldiges Kind, mit traurigem, erschrockenen Blick, das inmitten einer Unmenge von Unrat sitzt.

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Januar 2013 - Alberto Giacometti

Letzten Endes ist jedes Werk von Giacometti einem Wunder gleich, und zwar weniger auf Grund seiner ausserordentlichen Qualitt als vielmehr des Risikos wegen, dem der Charakter seines Schpfers den Betrachter aussetzt. Wenn man Giacometti arbeiten sah, sei es um eine Zeichnung oder eine Skulptur zu fertigen, konnte man sich fragen, ob er wirklich willens war, die aus einer jhzornigen Bleistiftfhrung entstehende Skizze dieses Gesichts, zu Ende zu fhren. Dies konnte genauso gut als eine Weigerung interpretiert werden, dieses Bild entstehen zu lassen, als ein Versuch, es aus der Schpfung auszublenden, es in das Nichts wieder zurckzustossen, aus dem es seine Hand gegen seinen Willen hervorholte.

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    Denn jedes Werk schien einen Kampf gegen sich selbst zu entfachen, gegen ein unausgesprochenes Verbot, schpferisch ttig zu sein; der Verstoss dagegen wurde zum eigentlichen Ziel seiner Kunst wurde.
    Dies wrde das seltsame Desinteresse erklren, das er gegenber dem unerwnschten Ergebnis dieser Auseinandersetzung mit der Materie zeigen konnte, als er nach stundenlangem Kneten einer Tonmasse, um daraus einen Kopf entstehen zu lassen, sie einfach lssig zur Seite schob, um zum Mittagessen zu gehen. Dort lag die grsste Gefahr. Wenn sein Bruder Diego bei seiner Rckkehr nicht im Atelier war, um ihn dann zu berzeugen, dass der irgendwo auf einer Tischecke verwahrloste Kopf es der Mhe wert war, fertig gestaltet zu werden (oder wenn er ihn nicht versteckt hatte, um nicht mehr daran zu denken !), fing Alberto, ohnehin mit sich selbst nie zufrieden, wieder an, den bereits bearbeiteten Ton zu formen, um daraus einen neuen Kopf entstehen zu lassen, wobei das Zerstrte fr uns bestimmt ein Meisterwerk geworden wre.
    Die Vermutung liegt nahe, dass, wre Diego nicht anwesend gewesen, htten wir vielleicht mit etwas Glck nur ein einziges Werk von Giacometti bewundern knnen, so viel wichtiger war ihm, seiner Meinung nach, der Vorgang des endlosen Knetens und Zeichnens als solches als das Endprodukt.

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