Der Maler Sayed Haider Raza wurde 1922 in Barbaria (Madhya Pradesh, Indien) geboren. Er verbringt seine Kindheit bei seinem Vater, einem Förster im noch unberührten Gebiet Zentralindiens. Ohne Zweifels bildet dieses Ambiente das „Archiv“ seiner Erinnerungen; Es trägt dazu bei, in ihm eine starke intuitive Sensibilität zu entwickeln. Nach Besuch der Kunstakademie von Nagpur im Jahre 1939, wird er 1943 in die „Sir J. J. School of Art“ von Bombay aufgenommen und erhält dort sein Diplom.
In Bombay wird der junge Künstler Mitbegründer der „Progressiv Artists Group“. Er bekommt ein Stipendium der französischen und indischen Regierungen, so dass er von 1950 bis 1953 an der Pariser Akademie der Schönen Künste studieren kann. 1956 erhält er den sehr begehrten „Prix de la Critique“, der von vierzehn Pariser Kritikern verliehen wird. Schon sehr früh wirkt er bei vielen Gruppenausstellungen („Maisalon“, Biennale von Sao Paolo, „Salons Comparaisons“ in Paris, usw.), sowie im Verlauf der Jahre auch an den der zeitgenössischen, indischen Kunst ausschließlich gewidmeten Veranstaltungen (Washington, London, Oxford, Paris, New York, usw.) mit. Seit 1959 zeigt der Künstler seine Werke in Einzelausstellungen, deren erste einer langen Liste in der „Galerie Lara Vincy“ in Paris stattfindet.
In einer ersten Schaffensperiode malt Raza abstrakte Landschaften; Mit der Zeit tendiert er zu einer abstrakten, geometrischen Malerei und später noch zu überwiegend verinnerlichten Darstellungen. Er kehrt regelmäßig nach Indien zurück, um den Kontakt zu der sein ganzes Werkt inspirierenden traditionellen Kultur aufrecht zu erhalten. Nachdem er sich einen Teil der westlichen Kunstströmungen zu eigen gemacht hat, fühlt er sich immer mehr von Mandala (mystischer Kreis) und Bindu (wesentlicher Punkt) angezogen, die jeder in seinem Innern wiederfinden kann. Raza gibt seine eigene Sicht des Wahrnehmbaren und des Nicht-Wahrnehmbaren wieder; Dabei bezieht seine Kunst die fundamentalen Elemente mit ein: Erde, Wasser, Feuer.
Der Künstler erhält alle Ehren und die höchsten Auszeichnungen seines Landes. Zur Zeit lebt er und arbeitet sowohl in Paris als auch in Gorbio, einem kleinen Dorf im Hinterland von Nizza.